Es ist geschafft, der Winter scheint vorbei zu sein. Hier in Schwedens Süden ist es mittlerweile deutich länger hell, der Schnee ist geschmolzen, alles wird grün. Man muss auch nicht mehr mit drei Lagen Klamotten vor die Tür gehen, zwei reichen mittlerweile aus.

Der Winter war schon heftig, sowas habe ich nicht gekannt. Dass es mal schneit, ja klar, das kenne ich, aber dass der Schnee sich zwei Meter hoch auf die Strasse legt und kein durchkommen mehr ist, nicht. Es ist zwar kein Standardwinter gewesen, aber Schnee hat man hier jeden Winter. Neben dem weißen Zeugs kam dann noch der ganze Wind dazu. Im Haus bekommt man die Zimmer, die im Wind stehen, nicht mehr richtig warm. So doll pustet es. Der Weg zu den Nachbarn war fast nicht machbar. Mit dem Auto, kein durchkommen. Da lag einfach zu viel Schnee in Bergen auf der Straße. Zu Fuß, bei dem Sturm (hier sagt man einfach Wind), der nicht enden wollte, und horizontal fliegenden Schnee auch nicht nett. Das macht man nicht, wenn man zwei Eier für einen Kuchen vergessen hat. Den im Winter mühsamen Weg nimmt man nur auf sich, wenn man einen netten Abend zusammen verbringen möchte. Ja so ein Abend war immer lustig. Im warmen Haus zusammen sitzen, der Kamin ist an, viel Essen, erzählen und spielen und Spass haben. Manchmal ist es einfach schön so einsam zu leben. Man ist viel mehr mit Nachbarn zusammen als in der Stadt. Man hält zusammen und hilft sich.

Jetzt, wo alles wieder grün und warm wird, komme ich auch wieder mehr nach draussen. Es macht wieder Spass den Hund morgens zu lüften, mit den Pferden durch den Wald zu reiten. Es ist eine ganz andere Welt auf einmal.

Am Montag wurde Valborg, Walpurgisnacht, gefeiert und auch mein Geburtstag. Es wurden Gäste eingeladen und die gesamte vorherige Woche wurde das Haus und der Garten vorbereitet. Am Tag meines Geburtstages startete ich mit einem Fail in den Tag. In Schweden ist es Tradition, dass man geweckt wird und die Geschenke im Bett auspackt. Ich bin natürlich mit meinem Wecker aufgestanden und war auf dem Weg runter, als die anderen hoch kamen, um mich zu überraschen. Gut, Sprint zurück ins Bett, ausgepackt hab ich dann allerdings am Frühstückstisch. Danach sind Max, mein schwedischer Bruder, und ich nach Malmö auf einen Geburtstags-shopping-trip. Ikea, das ist immer toll. Lager 157, eine gelbe Regenjacke kaufen und danach Biltema Gummistiefel besorgen. Da wir beide dasselbe effiziente Tempo haben, ging es sehr schnell und wir saßen früher als geplant im Zug zurück und zu der wohlverdienten Fika.

feuaa

Da es regnete konnte die Jacke eingeweiht werden

In einem Aprilwochenende habe ich meinen eignen Schweinehund überwunden und habe mit meiner Gastfamilie an einem Crosslauf teilgenommen. Die Mädels 5 km, mein Gastbruder Max 13 km. Und es hat funktioniert, bin durchgelaufen. Nach kurzer Zeit habe ich eine Frau kennen gelernt mit der ich zusammen ins Ziel gelaufen bin. Es hat mit viel Spass gemacht, auch wenn es für mich eine echte Herausforderung war.

Annika und ich vor dem Lauf

Außerdem hat die Reitturnier Session begonnen, da kommt man schön raus, sieht was vom Land und kann viele viele Fotos machen. Vielleicht kann ich meiner Leserin da mal was zeigen, einige schöne sind schon dabei.

So langsam geht auch meine Zeit hier zu Ende. Das vergessene Bergfest ist gefühlt eine Ewigkeit vorbei und mein Counter zeigt mir, dass ich 8 Monate in Schweden bin. Es ist ein komisches Gefühl, wenn meine Organisation mich anschreibt und fragt wann es wieder zurück geht. Ich will mir jetzt darüber keine Gedanken machen und lieber die Zeit genießen. Aber das verstehen die anscheinend nicht. Einen Termin kann und will ich noch nicht benennen. Zu viel passiert noch im Juni. Am liebsten würde ich ja bis zur Sonnenwende am 20. Juni bleiben. Ob das klappt weiss ich aber noch nicht. Die Schule hört hier am 15.06.18 auf. Eigentlich ist es dann auch wieder an der Zeit die Gastfamilie zu verlassen. Die haben so viel für mich getan, da muss dann auch mal wieder Ruhe in die Familie einkehren können. Und Wirbel habe ich hier wirklich genug gemacht. Aber wir werden sehen. Irgendwann im Juni will ich wieder zurück nach Deutschland. Und im Juli wieder nach Schweden. In Falsterbo steigt eine große Party, mit Pferden und so. Das soll ganz toll sein und da will ich hin.

Aber bis dahin ist es ja noch etwas Zeit.