Nachdem die für uns richtige Organisation gefunden war verging die Zeit mit viel Arbeit für unser Kind. Bewerbungsschreiben an die Gasteltern, Bilderauswahl, Übersetzung der Schulzeugnisse in eine internationale und allgemeinverständliche Sprache, Übersetzung der Bewerbungsschreiben ins schwedische, so war es der Plan – wurde dann aber verworfen, eine Tante die lange in London lebte half aus.
Ein Bewerbungsschreiben der Eltern – waaaaas? Jetzt sollen wir auch noch sowas machen? Und in Englisch? Na super.
Wir lasen die Anforderung und schüttelten nur mit dem Kopf. Das Leben unseres Kindes in zwei Seiten zusammengefasst? Das geht nicht, unmöglich.
Wir haben so viel erlebt, haben so viel den potentiellen Gasteltern über unser Kind und über unsere Familie mitzuteilen, das könnte ein ganzes Buch werden. Wir versuchten uns auf das wesentliche zu reduzieren. Die Organisation meinte, das liest keiner wenn es zu viel ist.
Erste Zweifel kamen auf.
Wenn eine potenzielle Gastfamilie nicht bereit ist vier Seiten zu lesen, ist sie dann überhaupt die richtige Familie für unser Kind?
Am Ende war es uns dann egal und es ist mehr als zwei Seiten geworden.
Nach ein paar Wochen hatten wir dann alles zusammen und auf so eine komische Austauschplattform hochgeladen und abgeschickt.

Jetzt ist warten angesagt.

Die Zeit verging wie im Fluge. Wir wurden nett von unserer Organisation darauf hingewiesen, dass wir ja noch eine Versicherung bräuchten. Komisch, auf dem Treffen vor unserem Vertragsabschluss in Hamburg meinte man wir bräuchten keine weiteren Versicherungen da unser Kind in Europa bleibe. Daran haben wir nicht wirklich geglaubt da nach drei Monaten normalerweise die Krankenversicherungen raus sind. Daher hatten wir uns bereits mal umgehört was der Markt so zu bieten hat.
Die Organisation bat uns ein Versicherungspaket ihres Versicherungspartners an. Nett von ihnen aber für uns wenig hilfreich. Eine Versicherung aus Frankreich ist nicht so nach unserem Geschmack. Wenn man da mal was hat sich in Paris mit einer Versicherung auseinander setzten – ne, das lassen wir.
Anfangs haben wir mit dem ADAC als Versicherer geliebäugelt. Nach einen Recherchen haben wir uns aber für die Travelsecure der Würzburger Versicherungs AG entschieden.*
Die decken Kranken, Unfall und Haftpflicht ab. In den Foren las man auch nur gutes.

Was fehlte noch? Ja, eine Möglichkeit unser Kind mit Geld zu versorgen. Was braucht man heute? In Skandinavien zahlt man heute wohl fast ausschließlich bargeldlos. Da ist ein Sparbuch nicht  mehr zeitgemäß. Eine EC Karte hat sie, fehlt noch eine Kreditkarte. Der Gebührendschungel ist bei den Banken ein sehr dichter. Was wir herausfanden, alles bei einer Bank ist nicht sinnvoll. Bezahlen mit der EC Karte geht, allen nur übliche Wechselgebühren an. Aber Bargeld am Automat abheben ist teuer. Da hilft eine Kreditkarte. Bei Kreditkarten gibt es verschiedene Modelle. Wir haben uns für ein PrePay Modell einer gelben Direktversicherung entschieden. Da fallen bei der Bargeldabhebung im Ausland auch nur die üblichen Kurswechselgebühren an. Aufladen können wir oder das Kind selber über einen Onlinezugang. Lustig das die Banken alle versucht haben unserem Kind eine Partnerkarte auf unser Familienkonto zu verkaufen. Das war uns dann aber doch zu unsicher.

Fehlt jetzt noch was? Ja klar, die Gastfamilie. Warum das bis heute noch nicht geklappt hat wissen wir nicht. Die Organisation schweigt über den Sachstand standhaft und versucht zu beruhigen. Das ist zwar wenig hilfreich die Aufregung und Angst unserer Tochter zu reduzieren, ist aber einfach so.
Sollte es ein nächstes Mal geben werden wir das vertraglich anders lösen. Ein Kind hätten wir ja noch um es nochmal probieren zu können.

 

*Nein, wir bekommen keinen Zuschuss oder andere Zuwendung aufgrund der Namensnennung